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Die Bedeutung des U-Wertes bei der Dämmung

 

1. Einführung
Bei allen Dämm-Maßnahmen ist die Energieeinsparverordnung (EnEV) zu beachten. Sie legt die Mindestdämmstärke fest, indem sie den zu erzielenden U-Wert bei der Modernisierung einzelner Bauteile vorgibt. Die EnEV 2009 schreibt bei der nachträglichen Dachbodendämmung im Gebäudebestand einen U-Wert von 0,24 und bei der Kellerdeckendämmung von 0,30 vor.
Im Folgenden erfahren Sie, nach welchen Kriterien Dämmstoffe verglichen werden und welche Dämmstoffdicken notwendig sind, um die geforderten U-Werte zu erreichen.

 

2. Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)
Der U-Wert (U = Unit of Heat Transfer, früher k-Wert) ist die physikalische Maßeinheit für den Wärmedurchgangskoeffizienten eines Bauteils. Er gibt an, wie gut ein Bauteil (Dach, Wand, Fenster, Geschossdecke etc.) Wärme leitet. Je kleiner dieser Wert ist, desto schlechter wird Wärme geleitet und um so besser ist die Wärmedämmung.
Er berechnet sich aus der Wärmeleitfähigkeit, der Dicke, Anzahl und Art der Baustoffe, der Einbauart, sowie dem Innen- und Außenzustand. “Energieverlust pro Quadratmeter Oberfläche und pro Grad Temperaturunterschied zwischen innen und außen” ist die Definition des U-Werts und führt zu einer Einheit von Watt pro Quadratmeter und pro Kelvin: W/(m2•K). Kelvin (K) ist die wissenschaftliche Einheit der Temperatur - 0 Kelvin ist die niedrigste denkbare Temperatur. Bei Temperaturdifferenzen hat Kelvin die gleiche Bedeutung wie Grad Celsius (°C).
Einfacher ausgedrückt: Im Haus wandert die Wärme im Winter von innen durch Wand, Boden, Decke und Fenster nach außen. Der Wärmeverlust, genauer der Wärmedurchgang, lässt sich für jedes Bauteil oder jede Baukonstruktion berechnen. Der U-Wert benennt also die Eigenschaft des Bauteils, die Wärme festzuhalten bzw., die Wärme langsam oder schnell durchzulassen. Unterschiedliche Bauteile lassen sich mit Hilfe ihrer U-Werte hinsichtlich der Dämmwirkung direkt vergleichen. Ein hoher U-Wert bedeutet einen starken Wärmestrom, also hohe Wärmeverluste. Je niedriger der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung des Bauteils.

 

3. Die Wärmeleitfähigkeit (lambda λ)
Die Wärmeleitfähigkeit λ  ist eine Materialeigenschaft. Sie beschreibt, wie gut ein Material Wärme leitet und ist unabhängig von der Dicke des Materials oder der Einbausituation. Die Wärmeleitfähigkeit eignet sich für den Vergleich verschiedener Dämmstoffe, nicht aber für die Bewertung einer bestimmten Konstruktion.
Ihre Einheit ist W/mK. Die Wärmeleitfähigkeit ist der Wärmestrom (Watt) pro Temperaturdifferenz und pro Querschnittsfläche multipliziert mit der Materialdicke.
Je niedriger die Wärmeleitfähigkeit des Materials, desto besser ist die Dämmwirkung. Als Dämmstoffe werden Materialien bezeichnet, deren Wärmeleitfähigkeit λ unter 0,1W/mK liegt. Dämmstoffe werden nach Wärmeleitfähigkeitsstufen WLS (früher Wärmeleitfähigkeitsgruppe WLG) unterschieden. Eine für Dämmstoffe übliche WLS 035 bedeutet eine Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,035W/mK.

 

4. Der Wärmedurchlasswiderstand R
Der Wärmedurchlasswiderstand R ist der Kehrwert des Wärmedurchlasskoeffizienten: R = d/λ; d ist die Schichtdicke in Metern. Der Wärmedurchlasswiderstand beschreibt wie gut ein bestimmter Baustoff Wärme dämmt. Je größer der Wärmedurchlasswiderstand, um so besser die Wärmedämmung. Die Einheit ist m2*K/W (Quadratmeter mal Kelvin pro Watt).

 

5. Anmerkung zur Berechnung des U-Werts
Wir nehmen keine U-Wert-Berechnungen für Gebäudeteile vor. Eine Deckenkonstruktion, für die der U-Wert berechnet werden soll, besteht in der Regel aus mehreren Schichten (Holzbalken, Beton, Gipsfaserplatten etc.), die verschiedene Wärmeleitfähigkeiten besitzen. Um den U-Wert richtig zu berechnen, muß man diese einzelnen Schichten genau kennen. Diese Kenntnis besitzt in der Regel kaum ein Hausbesitzer. Sprechen Sie für eine U-Wert-Berechung daher bitte einen Energiefachberater an, der die Gebäudeteile entsprechend analysiert und eine Berechnung vornimmt (www.energiefachberater.de).
Kennen Sie den exakten U-Wert ihrer Geschossdecke, können Sie gegebenenfalls auf geringere Plattenstärken bei der Dämmstoffauswahl zurückgreifen und erreichen trotzdem den von der EnEV 2009 geforderten Wärmedurchgangskoeffizienten.
Generell empfehlen wir allerdings für die oberste Geschossdecke bei einer WLS 035 eine Plattenstärke von 140 mm um auf der sicheren Seite zu sein und immer einen U-Wert von 0,24 zu erreichen. Dies geschieht auch im Hinblick auf eine weitere Verschärfung der EnEV, die für 2011 bereits geplant ist.

 

6. Übersicht U-Wert und Dämmstoffdicke
In der nachstehenden Tabelle können Sie den Wärmedurchlasswiderstand λ und U-Wert in Abhängigkeit von der Dämmstoffdicke und der Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS) erkennen. Dabei sind die im Shop angebotenen Dämmstoffe der entsprechenden WLS zugeordnet.

Tabelle U-Wert

Je geringer die WLS, desto niedriger kann die Plattenstärke ausfallen, was insbesondere bei niedrigen Kellerdecken von großer Bedeutung sein kann. Umgekehrt ist festzustellen, das bei einer höheren WLS auch die Plattenstärke größer wird.

 

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