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Dämmstoff ABC
Als Dämmstoffe werden Materialien bezeichnet, deren Wärmeleitfähigkeit λ unter 0,1W/mK liegt. Dämmstoffe unterscheiden sich durch die verwendeten Materialien bei ihrer Herstellung, ihre Handelsform (Platten, Rollen etc.), Wärmeleitfähigkeit (siehe Bedeutung des U-Wertes), Belastbarkeit, Brand- und Schallschutzverhalten sowie die Verarbeitung.
1. Dämmstoffarten
Im Folgenden werden nur die im Shop angebotenen Dämmstoffarten näher beschrieben:
1.1. Mineralwolle
Mineralwolle wird in Stein- und Glaswolle unterschieden. Steinwolle entsteht durch Schmelzen und anschließendes Zerfasern verschiedener Gesteinsarten. Glaswolle besteht zu 60 Prozent aus Altglas. Unter Zugabe von Kunstharzen bindet das Material ab und erhält so seine Formbeständigkeit. Zu Platten, Rollen, Streifen, Matten oder Filzen gepresst, haben Mineraldämmstoffe eine niedrige WLS von 035. Mineralwolle gehört zur Baustoffklasse A1 (nicht brennbar).
Minerallwolle läßt sich einfach verarbeiten und mit einem Dämmstoffmesser leicht zuschneiden. Der Dämmstoff ist flexibel, resistent gegen Schimmel, Fäulnis und Ungeziefer sowie beständig gegen UV-Strahlung.
1.2 Polyurethan-Hartschaum PUR
Ausgangsstoffe für Dämmstoffe aus Polyurethan-Hartschaum sind Erdöl aber auch nachwachsende Rohstoffe, wie z.B. Zuckerrüben, Mais oder Kartoffeln. PUR-Hartschaum entsteht durch chemische Reaktion flüssiger Grundstoffe unter Zusatz von Treibmitteln. Als Treibmittel wird in Deutschland hauptsächlich Pentan eingesetzt.
PUR-Hartschaumdämmstoffe werden industriell nach dem Doppelbandverfahren als Platten hergestellt. Beim Doppelbandverfahren wird das aus dem Mischkopf ausströmende Reaktionsgemisch auf die untere Deckschicht der Doppelbandanlage verteilt. Das aufschäumende Gemisch verklebt mit der unteren und der oberen Deckschicht. Als Deckschichten werden Vlies, Folien, Dach- und Dichtungsbahnen eingesetzt.
Dämmstoffe aus PUR-Hartschaum sind überwiegend geschlossenzellige, harte Schaumstoffe. Polyurethan-Hartschaum ist alterungsbestädig, schimmel- und fäulnisresistend und verrottet nicht. Durch gasdiffusionsdichte Deckschichten erreicht PUR-Hartschaum eine WLS von 024 - 025. Aufgrund einer Rohdichte von 30 – 35 kg m3 sind PUR-Hartschaumdämmstoffe sehr leicht. Sie gehören zur Baustoffklasse B1 – B2 (schwer entflammbar) und sind daher nicht geeignet für Räume mit Feuerungsstätten. Im Brandfall können toxische Gase entstehen.
1.3. Expandierter Polystyrol-Hartschaum, EPS
EPS wird aus dem Erdölprodukt Polystyrol, Stabilisatoren, Treib- und Flammschutzmittel hergestellt. Aus Styrol wird unter Beigabe von Treibmittel Polystyrol-Granulat gewonnen. Die glasähnlichen Perlen werden durch Behandlung mit Wasserdampf auf ein Vielfaches ihres Volumens aufgebläht. Nach der Abkühlphase werden die Perlen erneut aufgeschäumt, wobei sie sich zu einem homogenen Material verschweißen. Die entstandenen Blöcke werden zu Platten geschnitten.
Der geschlossenzellige Dämmstoff verrottet nicht und ist feuchtebeständig, aber wenig elastisch und nicht UV-beständig. EPS gehört zur Baustoffklasse B1 (schwer entflammbar) und eignet sich nicht für Räume mit Feuerungsstätten. Im Brandfall schmilzt das Material und tropft ab und es können Gefahrstoffe freigesetzt werden. Aufgrund einer Rohdichte von 15 – 30 kg m3 sind EPS-Dämmstoffe sehr leicht. Sie erreichen eine WLS von 035.
2. Brandverhalten
Beim Einsatz von Dämmstoffen ist eine genaue Auswahl entsprechend den brandschutztechnischen Bestimmungen zwingend notwendig. Die Norm DIN EN 13501-1 regelt die Prüfung und Beurteilung von Dämmstoffen entsprechend dem Brandverhalten in Baustoffklassen:
- A 1 nichtbrennbar
- A 2 nichtbrennbar
- B 1 schwerentflammbar
- B 2 normalentflammbar
Das Brandverhalten wird nicht nur vom Dämmstoff selbst, sondern auch von evtl. Bindemitteln, Klebern, Flammschutzmitteln, Beschichtungen usw. positiv oder negativ beeinflußt.
Bei der Dämmung von Keller-Heizungsräumen und der Kaminumgebung im Dachgeschoß sollte der zuständige Schornsteinfeger aus brandschutztechnischen Gründen einbezogen werden. Generell sollten hier nur Materialien verwendet werden, die der Baustoffklasse A1 angehören.
3. Schallschutz
Schallschutz soll Belästigungen und Gesundheitsschäden von Hausbesitzern durch Lärm (z.B. Straßengeräusche, Fluglärm etc.) verhindern. Maßnahmen zur Verminderung der Schallübertragung zwischen Räumen bezeichnet man als Schalldämmung. Anforderungen an die Schalldämmung werden in DIN 4109 - Schallschutz im Hochbau - festgelegt.
Baustoffe mit guten schalltechnischen Eigenschaften sind z.B. Mineralwolle-Dämmstoffe. Bei der Dämmstoffauswahl sind schalldämmende und wärmedämmende Eigenschaften immer gemeinsam zu betrachten und entsprechend zu bewerten.
4. Belastbarkeit
Die Belastbarkeit von Dämmstoffen spielt vor allem bei der Dachbodendämmung eine Rolle. Der Hausbesitzer muß vor der Wahl des Dämmstoffes entscheiden, wie er den Dachboden zukünftig nutzen möchte. Soll der Dachboden begehbar und nutzbar sein, muß ein druckbelastbarer Dämmstoff gewählt werden. Die kostengünstigste Variante ist natürlich das Verlegen nicht begehbarer Dämmstoffe.
5. Klimaschutz
Dämmen spart nicht nur Energiekosten, sondern schützt auch unser Klima. Eine richtige Dämmung sorgt für geringere Heizkosten, der CO2-Ausstoß wird reduziert und damit der Treibhauseffekt verringert.
6. Vergleich der angebotenen Dämmstoffe
In der folgenden Tabelle vergleichen wir die im Shop angebotenen Dämmstoffe nach ihren Eigenschaften, Besonderheiten bei der Verarbeitung sowie Vor- und Nachteilen. Die hier angebotenen Produkte eignen sich für die Lösung der unterschiedlichsten Problemstellungen bei der Kellerdecken- und Dachbodendämmung.


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